Über sein brandneues Schuhwerk hatte sich Tobias Kokott schon die ganze Trainingswoche geärgert. Mit dem neuen Modell am Fuß wollte es einfach nicht recht laufen für den Schlussmann der Hamborner Löwen. Für das Saisoneröffnungsspiel gegen den OSC Rheinhausen hatte der Familienvater deshalb noch einmal die alten Treter aus dem Schrank gekramt. Prompt lief es wie geschmiert. Der Keeper hatte mit zahllosen Paraden maßgeblichen Anteil am 32:28 (14:13)-Erfolg von Oberligist Hamborn 07 gegen Zweitligist OSC Rheinhausen.
OSC-Coach Achim Schürmann, der nach der Verletzung von Matthias Reckzeh aktuell einen Torwart hat – als zweiter Mann war Bezirksliga-Torhüter Lars Wortberg dabei – konnte nur noch den Kopf schütteln. Dabei wurmte ihn nicht mal so sehr die schwache Leistung von Torwart Jens Bothe, der nach einem Trainingsunfall mit einem tiefblauen Auge auflaufen musste, sondern einmal mehr die schwache Wurfquote seines Teams. „Das geht gar nicht“, schimpfte Schürmann. „Ich bin sogar fast froh, dass der Kokott so stark gehalten hat. Demnächst spielen wir in Aue vor 1000 Zuschauern gegen einen so guten Torwart, da muss sich meine Mannschaft mehr einfallen lassen.“
Nur Mirko Bernau kann beim OSC überzeugen
Schürmanns Gegenüber Werner Enders hatte indes blendende Laune und wenig zu meckern. Seine junge Mannschaft hatte den 07-Coach überrascht. „Das war eine geschlossen, gute Mannschaftsleistung. Der Grundstein wurde aber sicherlich in der Abwehr gelegt“, meinte Enders. Ein Extralob heimsten Tobias Kokott – er tauschte in der Halbzeit den Platz mit dem ebenfalls starken Sebastian Brysch – und Kapitän Nikolai Hellmich ein.
Auf der anderen Seite konnte Achim Schürmann nur wenige positive Aspekte ausfindig machen. „Das Ergebnis ist mir egal. Wichtig war zu sehen, auf wenn man sich verlassen kann. Traurig, da habe ich nur Mirko Bernau gesehen. Von allen anderen muss mehr kommen“, war Schürmann enttäuscht.
Einzig die beiden Neuzugänge Mirko Szymanowicz und Dennis Backhaus, der aufgrund seiner Verpflichtungen mit der Junioren-Nationalmannschaft bisher kaum in Rheinhausen trainieren konnte, wurden von der Kollektivschelte ausgenommen. Schürmann: „Beide haben ganz gut gespielt.“


