VON KRISTOF KÖLLER - RP Online: 02.08.2010
(RP) Eine ganz schwache Vorstellung lieferte Handball-Zweitligist OSC Rheinhausen beim Test gegen den Lokalrivalen SF Hamborn 07 ab. Beim Oberligisten überragte ausgerechnet Tobias Kokott auf der Problemposition des OSC im Tor.
Während viele seiner jungen Kollegen auf hochwertiges Schuhwerk mit toller Technik und feiner Optik setzen, wählte Torhüter Tobias Kokott vom Handball-Oberligisten SF Hamborn 07 vor dem Test gegen den Zweitliga-Aufsteiger OSC Rheinhausen den umgekehrten Weg. "Ich habe die ganze Trainingswoche keinen Ball zu packen bekommen und mich in dem neuen Schuh auch nicht wohlgefühlt. Da habe ich ihn einfach in den Schrank geguckt und ein altes Modell angezogen", berichtete der überragende Spieler nach dem Schlusspfiff des überraschenden 32:28 (14:13)-Erfolges seiner "Löwen" gegen den Lokalrivalen.
Ausgerechnet Kokott dürfte sich OSC-Trainer Achim Schürmann gedacht haben – verletzte sich doch unter der Woche sein Stammtorhüter Matthias Reckzeh, der bislang überragende Vorstellungen in den Trainingseinheiten wie den Tests gezeigt hatte. Sein Vertreter Jens Bothe machte seine Sache gegen Hamborn alles andere als gut, war durch einen Trainingsunfall allerdings auch etwas lädiert, trug unter anderem ein blaues Auge davon. Dies wollte der Übungsleiter aber keineswegs als Ausrede gelten lassen. Vielmehr war er sogar froh über Kokotts Glanzleistung mit knapp 20 Paraden – in einer Halbzeit. "Jetzt wissen die Jungs, was in der 2. Bundesliga auf sie zukommt. Solche Spitzenleute warten da fast jede Woche. Und dann sind es 1000 Zuschauer, die ihre Mannschaft frenetisch unterstützen, und nicht 300 beim Gegner ,um die Ecke'", resümierte Achim Schürmann.
Neben den vielen ausgelassenen Torchancen ärgerte sich der Trainer auch über die Vorstellung des Gros seines Kaders. "Heute hat man gesehen, auf wen man sich verlassen kann", sagte der sichtlich erzürnte Übungsleiter, der explizit die starke Leistung des zweitbesten Spielers auf dem Parkett, Mirko Bernau, unterstrich. Von seiner Generalschelte, die sicher auch ein Donnerwetter bei der nächsten Trainingseinheit nach sich ziehen wird, nahm der Trainer einzig die Neuzugänge Mirko Szymanowicz und Dennis Backhaus aus. Ex-"Löwe" Szymanowicz stemmte sich an alter Wirkungsstätte nach Kräften gegen die Niederlage, Kreisläufer Backhaus kennt nach nur wenigen Trainingseinheiten die Abläufe seines neuen Teams noch nicht, zeigte dennoch, warum er bei der Jugend-Europameisterschaft für Deutschland auf Torejagd gehen wird.
Rundum zufrieden waren hingegen die Hausherren, bei denen Trainer Werner Enders neben Kokott noch Nikolai Hellmich und Steffen Heger lobte. Einen Tag später sah es auch bei Enders anders aus. Den Test gegen Schwafheim (33:23) bewertete er als "durchwachsen".